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Unabhängig von lokalen Bestimmungen haben sich sowohl in den USA als auch im Europäischen Raum spezielle Richtlinien durchgesetzt.
Die Europäischen Richtlinien für die Qualitätssicherung in der Computertomografie EUR 16262 definieren Maximaldosen für bestimmte Untersuchungen, die nur im Einzelfall überschritten werden dürfen.
Die empfohlenen Dosisrichtlinien sind das Resultat reicher persönlicher Erfahrungen, müssen jedoch an die lokalen Gegebenheiten (für Dosis und Bildqualität) und an den Patienten individuell angepaßt werden.
Die Absolutwerte der Strahlenexposition einer Röntgen- oder CT-Untersuchung stehen in engem Zusammenhang mit den Untersuchungsparametern, der Charakteristik des Röntgen- oder CT-Systems und dem Patienten selbst.
Wichtige Dosisparamter
Flächendosisprodukt (FDP)
Das Flächendosisprodukt beschreibt die Ortsdosis für den Patienten flächenbezogen am Röntgengerät. Die Messung erfolgt mit einem sog. Diamentor (oder Flächendosimeter), der unmittelbart unter der Blende des Röntgenstrahlers angebracht ist. Diese Einrichtungen sind seit Gesetzeskraft der neuen Röntgenverordnung 2003 Pflicht an allen Röntgensystemen
Volumenbezogener CT-Dosisindex (CTDIvol)
Der volumenbezogene CT-Dosisindex (CTDIvol) beschreibt die durchschnittliche Ortsdosis für den Patienten innerhalb des Untersuchungsvolumens in mGy (Milli-Gray). Die Daten sind für Körperuntersuchungen (gemessen an einem 32cm PMMA-Phantom) und Kopfuntersuchungen (16cm PMMA-Phantom) unterschiedlich. Der CTDIvol ist letztlich eine Messung der durchschnittlichen Ortsdosis einer CT-Untersuchung anhand einer transaxialen Schicht durch dieses Phantom (konventionell Schicht für Schicht, Spirale oder Mehrschicht-CT).
Dosislängenprodukt (DLP)
Das Dosislängenprodukt DLP misst die kumulative Dosis (totale Energie), der ein Patient ausgesetzt wird, in mGycm. Dies berücksichtigt nicht nur die mittlere Dosis (CTDIvol) im Scanvolumen, sondern auch die Scanlänge L:
DLP = CTDIvol x L
Die DLP trägt der Überlegung Rechnung, daß die Dosis einer begrenzten abdominellen Untersuchung geringer sein muß, als die einer Untersuchung z.B. des gesamten Brust- und Bauchraumes.
Effektive Dosis (E)
Das Strahlenrisiko des Patienten läßt sich durch die Effektive Dosis E (Einheit mSv = Milli-Sievert) abschätzen. Anhand eines mathematischen Modells, das organverändernde Faktoren entlang der z-Achse entsprechend ihrer anatomischen Region berechnet, wird die effektive Dosis für ein standardisiertes männliches oder weibliches Individuum definiert. Derzeit existieren eine Reihe von Programmen, die eine große Zahl von Geräten und Organsystemen in diese Berechnung einbeziehen.
Grundlage der Berechnungen der effektiven Dosis bilden standardisierte „mathematische“ Maßphantome, welche die Daten für Männer und Frauen altersabhängig vom Säuglings- bis Erwachsenenalter individuell festlegen. In der Praxis werden in der Regel die Werte des „70kg-Standard-Erwachsenen“ genutzt, was naturgemäß das Strahlenrisiko für Kinder und asthenische Patienten unter- und das von adipösen Patienten überschätzt.
Zusätzlich zum Größenfaktor besitzen Kinder eine altersabhängig doppelt bis dreifach erhöhte Strahlensensitivität im Vergleich zum Erwachsenen.
Jede Methode der Kalkulation einer effektiven Dosis stellt nur eine Schätzung dar. Auch unter Einschluß verschiedener Korrekturfaktoren ist die detaillierte Berechnung für den individuellen Patienten nicht möglich. Die mittels CTDIvol abgeschätzte effektive Dosis zeigt weniger das Strahlenrisiko des jeweiligen Individuum an, als vielmehr den Risiko-Index einer bestimmten Untersuchung am jeweiligen CT-Gerät.
Das letale Risiko eines strahleninduzierten Karzinoms wurde durch Extrapolation von Daten beruflich strahlenexponierter Personen oder aus Strahlenunfällen (Überlebende eines Nuklearwaffenangriffs) berechnet. Viele dieser Daten beruhen auf hohen Dosen und hochdosierten Strahlungsraten, weshalb die Risiken diagnostischer Strahlenanwendungen (typischerweise niedrigdosiert) extrapoliert werden müssen. Es ist extrem schwierig, ein zusätzliches Risiko diagnostischer Dosen zu definieren, da alle anderen individuellen und Umwelteinflüsse einen wesentlich stärkeren Einfluß ausüben (s. Strahlenschutz).
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